21. September, 2020

"Was ist mehr Lifestyle als ein gesundes Leben?"

Von Caroline Delcker

Annik und Vincent sind die zwei GrĂŒnder von GetSteps. Dem Berliner Start-up, bei dem du deine individuell gefertigten orthopĂ€dische Einlagen online bestellen kannst. Wie sie auf die Idee ihres Start-ups kamen und vieles mehr, erfĂ€hrst du in diesem Artikel. 

 (Reading time: 5min)

annik und vincent getsteps

Einlegesohlen online bestellen mit GetSteps 

Es war noch nie einfacher an orthopĂ€dische Maßeinlagen zu kommen! Annik Wolf und Vincent Hoursch haben die Lösung und bringen euch die Einlagen per Post nach Hause, ohne weiter an die Öffnungszeiten von SanitĂ€tshĂ€usern gebunden zu sein. Unkompliziert online bestellen, Schuhtyp und Materialwunsch auswĂ€hlen, das Abdruckset nach Hause geschickt bekommen und kurze Zeit spĂ€ter Maßeinlagen nach höchstem Standard in den Schuhen haben – gemeinsam Schritt fĂŒr Schritt in ein gesĂŒnderes Leben. 
 

Das GetSteps-GrĂŒnderinterview

Im heutigen Blogpost wollen wir die GrĂŒnder von GetSteps genauer vorstellen. Annik und Vincent lernten sich in ihrem vorherigen Job bei BCG DV kennen und sind mittlerweile gute Freunde. Sie stellten sich gemeinsam den Herausforderungen, die es in Deutschland teils gibt, wenn man im Bereich Healthcare grĂŒndet.
Dabei ist der Wunsch der Gesellschaft nach mehr digitalen Produkten im Gesundheitswesen doch zu Zeiten von Corona so groß wie nie – wieso gibt es dennoch so viele Barrieren? Und wie kam es dazu, dass sich zwei unter 30-JĂ€hrige, einem so augenscheinlich unattraktiven Thema wie maßgefertigten Einlagen annehmen? Viele Fragen – hier kommt das GetSteps-GrĂŒnderinterview!

Was ist eure persönliche Geschichte zum Thema Einlagen?

Vincent: Ich trage Einlagen seitdem ich 16 bin, wie auch empfohlen, sprich: Ich habe fĂŒr verschiedene Schuhe den richtigen Einlagentyp und lassen diesen auch regelmĂ€ĂŸig erneuern. Bisher hat man diese nur ĂŒber SanitĂ€tshĂ€user bekommen, war an eingestaubte Strukturen und Job-inkompatible Öffnungszeiten gebunden. Das hat mich frustriert und ich hatte die Idee, diesen Prozess zu vereinfachen, schon lange im Kopf.

Als Annik sich auf einen Marathon vorbereitete und dabei extreme Knieschmerzen bekam, empfahl ich ihr Einlagen. Viele Sportler, vor allem Profis, tragen Einlagen als Grundausstattung. Auch sie wurde Fan des Produktes und so entschieden wir uns gemeinsam das Potenzial von Einlagen erkenntlich zu machen. 

Was fĂŒr ein Potenzial seht ihr denn in Einlegesohlen? Und wie kann man Einlagen zu einem sexy Lifestyle-Produkt machen? 

Annik: Wir haben festgestellt, dass viele Leute gar nicht richtig ĂŒber Einlagen Bescheid wissen und wenn man welche haben will, der Beschaffungsprozess supernervig ist. Die Vision von GetSteps ist es, Menschen ein gesĂŒnderes und glĂŒcklicheres Leben zu ermöglichen.

Jeder Fuß ist unterschiedlich und doch tragen die meisten von uns Standard-Schuhwerk, das nicht auf die individuellen BedĂŒrfnisse der FĂŒĂŸe angepasst ist. Mit GetSteps Ă€ndern wir das: wir bieten unseren Kundinnen und Kunden individuell angepassten Schuheinlagen – und das Ganze so einfach wie noch nie und zu einem bezahlbaren Preis.

So wird quasi jeder Schuh zum maßgefertigten Schuh. Unsere Motivation war vor diesem Grundgedanken so enorm, dass wir darauf verzichten konnten, den Preis fĂŒr das Most-Sexy-Produkt abzusahnen. 

Vincent: Zu einem Lifestyle-Produkt zĂ€hlen wir uns trotzdem, unser modernes Design und Auftreten machen es möglich. Außerdem: Was ist mehr Lifestyle als ein gesundes Leben?  

... verstehe. Die Idee ist also aus Überzeugung geboren. Wann war der Moment, als ihr gesagt habt: Wir machen das jetzt!

Vincent: Wir haben jede freie Sekunde neben unseren Jobs genutzt, die Idee zu ĂŒberprĂŒfen; recherchiert, mit vielen unterschiedlichen Menschen in unserem beruflichen Umfeld gesprochen und viel durchgerechnet. Nach einigen Monaten waren wir an dem Punkt der Entscheidung: Machen wir das jetzt wirklich, oder nicht? Man braucht definitiv Mut und muss bereit sein, EinschrĂ€nkungen zu akzeptieren, z. B. beim Gehalt. Wir haben uns aber gegenseitig motiviert: Der Antrieb und die Begeisterung des Anderen geben einem immer wieder Sicherheit.

Annik: Das stimmt, zu zweit ist es einfacher und wenn bei einer Person Zweifel aufkommen, gibt es immer ein Back-up. Wie eben schon erzÀhlt, haben wir auch superschnell angefangen, die ersten Einlagen zu verkaufen. So schnell wie möglich eine Nachfrage beobachten zu können, gibt extremes Selbstvertrauen.

Wie kamt ihr dann an die ersten Prototypen? Wie funktioniert der Prozess und wie lange dauert es, dann wirklich das fertige Produkt zu haben?

Vincent: Wir haben am ersten Tag unserer SelbststĂ€ndigkeit direkt eine Website gebaut – natĂŒrlich nicht ausgearbeitet und ohne direkte Kaufoption, aber es bringt total viel, seine Gedanken direkt zu Papier zu bringen. Den Prototypen der Website haben wir dann genutzt, um die Grundidee mit Freunde und Experten zu testen.

Zudem hilft es, potenziellen Produzenten schon etwas zeigen zu können. So hat sich auch ziemlich schnell ein Partner gefunden, der zu Anfang Einlagen in unserem Namen gefertigt hat, wodurch wir erstmal keine Maschinen kaufen mussten und von Zuhause aus arbeiten konnten. Die Website wurde dann nach und nach professioneller hochgezogen.

Im Nachhinein ist es natĂŒrlich immer abenteuerlich zu sehen, wie man angefangen hat – wie die Website zu Beginn aufgebaut war oder die ersten Abdrucksets aussahen. Viel war improvisiert, ein richtiger MVP eben – aber so haben wir eine ziemlich solide Basis geschaffen, auf der wir step by step aufbauen können.

Stellen wir uns vor der Gesundheitsminister wĂŒrde euch zu einem GesprĂ€ch einladen. Was wĂŒrdet ihr ihm sagen wollen?

Vincent: Wir wĂŒrden ihn bitten, weiter daran zu arbeiten, Barrieren fĂŒr Start-ups im deutschen Gesundheitssystem aus dem Weg zu rĂ€umen – die Möglichkeiten dazu hat er. Generell nehmen wir Herrn Spahn als digital orientiert und modern wahr, weshalb es fĂŒr uns an manchen Stellen noch schwer zu verstehen ist, wieso es noch so viele HĂŒrden fĂŒr Start-ups in unserem Sektor gibt.

Im europĂ€ischen Vergleich sind wir in der Vergangenheit recht zurĂŒckhaltend in der Digitalisierung des Gesundheitswesens gewesen, da gilt es aufzuholen. SpĂ€testens die Corona-Krise hat den Bedarf an digitalen Lösungen im Gesundheitssystem gezeigt – und die Gesellschaft ist interessierter denn je daran, Leistungen digital zu nutzen, solange das gleiche medizinische Niveau gewĂ€hrleistet werden kann. 

Ihr habt geschafft, wovon viele potenzielle zukĂŒnftige GrĂŒnder noch trĂ€umen: Ihr habt den Mut gehabt, ein eigenes Unternehmen zu grĂŒnden und das erste harte Jahr ĂŒberlebt. Welche Tipps gebt ihr anderen GrĂŒndern mit auf den Weg? 

Annik: FĂŒr den Beginn gilt das Motto 'Test & Learn': Versucht so frĂŒh wie möglich, mit echten Kunden die Idee zu testen. Das beste Feedback bekommt man, wenn es wirklich darum geht, dass Leute sich committen und bezahlen mĂŒssen. Danach folgt ganz schnell das Thema Angestellte – geht es frĂŒhzeitig an, denn die richtigen Leute zu finden, dauert immer lĂ€nger als geplant. Und zu guter Letzt: fokussiert euch.

Egal ob es das Produkt, Fundraising oder Partnerschaften angeht: Versucht den Fokus auf den im Moment wichtigen Themen zu behalten. Es gibt so viele Dinge, die gleichzeitig angegangen werden können und relevant erscheinen. Aber man kann nicht alles parallel machen. Fokussieren, konzentriert umsetzen und dann das nĂ€chste Thema angehen ist wirklich der SchlĂŒssel zum Erfolg.

orthopÀdie einlagen von getsteps
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GetSteps. Get going.

Wir vertrauen auf Handwerk und Expertise. Alle GetSteps Einlagen werden in unserem zertifizierten orthopÀdischen Schuhmacherbetrieb in Berlin von Hand gefertigt.

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